Judith Hildebrandt

Die ersten Tage war ich davon überrascht, wie lustig diese Judith doch ist.

Dann hab ich aber ihre übertrieben fürsorgliche, herzliche Ader wahrgenommen und das ist etwas, was ich gar nicht pack. Sorry Judith, das ist einfach Geschmackssache. Ich mag sowas einfach nicht so – als würde man selbst gar nix können. Auch mag ich diese dauer-fröhlichen Menschen, die es jede Sekunde zeigen müssen, nicht.

Dann kam noch der Putzfimmel hinzu, was ich auch so gaaar nicht mag.

Es ist schön, dass sie menschlich nicht mies war. Sie hat sich eigentlich ja immer recht rausgehalten, nicht?

Wenn ich mich nicht täusche, war es Daniel, der auf Judith zuging und sagte, dass ihre Art nervt. Sie hat es interessiert, gespannt, lächelnd (wie sie halt immer war) aufgenommen und fand es auch gut, dass ihr das jemand gesagt hat. Also menschlich echt voll okay. Aber irgendwie schon wieder zu extrem. Dass sie selbst in diesem Moment so völlig selbstverständlich, nickend, gespannt dem Tadel gelauscht hat. Als würde sie wirklich in ihrer voll eigenen Welt leben.

Also ich bin ja keine Psychologin, aber es macht schon stark den Anschein, als würde Judith sich einfach nicht gern mit Problemen auseinandersetzen. Sie mischt bei Konflikten nicht mit und zeigt Kritikfähigkeit. Sie scheint ein sehr harmoniebedürftiger Mensch zu sein. Es wirkt aber auch so, als würde sie ständig etwas tun müssen, und als hätte sie diese problemfreie Welt stark verinnerlicht, damit sie einfach nicht dazu kommt, über sich und die Welt nachzudenken.

Man kann sich da schon eine Scheibe abschneiden, da Ablenkung und Weitermachen und Positivdenken echt oft der Schlüssel sind.

Ich hoffe einfach für Judith, dass sie wirklich ein glücklicher Mensch ist und mit ihrem Verhalten nichts kompensiert!

Vielleicht ist das auch einfach total an den Haaren herbeigezogen und die Judith ist einfach eine optimistische Frohnatur – dann bleib so wie du bist, hehe! :-)